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Gebäudeparkmodell Schweiz

Ersatzneubauten als Taktgeber für die Energieeffizienz
Im Auftrag des Bundesamtes für Energie wird anhand eines Gebäudeparkmodells Schweiz erforscht, mit welchem Mix an Ersatzneubauten und sanierten Altbauten die Zielsetzungen der 2000-Watt-Gesellschaft erreichbar sind.

Dem Neubau und auch dem Ersatzneubau kommt als Taktgeber des energetischen Fortschritts im Gebäudebereich eine bedeutsame Rolle zu. Letzterer wirkt insofern als damit der Gebäudebestand energetisch und der Heizwärmebedarf im Einzelfall bis zum Faktor 9 verbessert werden kann. Gebäude werden für 50 Jahre, 80 Jahre oder sogar für eine längere Nutzungsdauer geplant. In der Schweiz sind rund zwei Drittel der Wohnbauten älter als 40 Jahre und fast die Hälfte sogar älter als 60 Jahre. Der Gebäudebestand trägt überdurchschnittlich viel zum hohen Energieverbrauch bei. Der Wandel zur verbesserten Energieeffizienz findet allerdings nur langsam statt: Zum einen, weil die Sanierungsrate etwa 1 % bis 2 % pro Jahr beträgt. Zum andern liegt die Ersatzbaurate (Abbruch und Neubau) in der Schweiz deutlich unter 0,1 % pro Jahr. Somit werden pro Jahr insgesamt weniger als 3 % des Gebäudebestands durch Sanierung oder Ersatzneubau auf einen energetisch und auch ökonomisch optimalen Stand gebracht. Für die nächsten 20 bis 30 Jahre wird allerdings – aufgrund des Sanierungsrückstands – eine Erhöhung bis um das Zehnfache erwartet.
Gemäss internen Abschätzungen ist eine Ersatzbaurate von über 1 % pro Jahr erforderlich, damit bis in 30 Jahren ein knappes Drittel des Gebäudebestands energetisch verbessert werden kann. Um die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, bedarf es deshalb eines verstärkten Effizienzansatzes für den bestehenden Gebäudepark. Ersatzneubauten sind dazu sogar auf Minergie-P-Standard zu bringen.
Quelle: Energieforschungsprogramm „Energie in Gebäuden für die Jahre 2008 bis 2011; Bundesamt für Energie

 
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