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Bestand und Ersatz - Unter welchen Bedingungen?

Ergebnisse zur Expertenbefragung: 📄Befragung Graue Energie - Auswertung

Ausgangslage

Für die Bau- und Immobilienbranche ist der Erhalt von Grauer Energie ein wichtiges Anliegen. Dies zeigt eine neue, breit abgestützte Expertenbefragung im Auftrag von Green Building Schweiz. Wirtschaftlichkeit, Nutzbarkeit und genügend Wohnungsbau haben für die Branche allerdings Priorität. Diese Erkenntnis präsentierte der Verein an seiner Hauptversammlung aus der Diskussionsgrundlage «Bestand und Ersatz, unter welchen Bedingungen?». 

 

Erkenntnisse

Der Erhalt von Grauer Energie wird in der Branche unbestritten hoch gewichtet. In der Realität gelten aber oftmals andere Prioritäten. Unter schwierigeren Marktbedingungen werden Projekte zurückgestellt, nicht realisiert oder verlagern sich in andere Regionen mit weniger starken Vorschriften. Besonders zeigt sich dies bei Unternehmen mit Bestand in Basel, wo regulatorische Rahmenbedingungen stark verschärft wurden.
Der (Teil-) Ersatz wird oft aus wirtschaftlichen Gründen bevorzugt: Eigentümer, Entwickler und Bauindustrie schätzen höhere Kosten, fehlende Wirtschaftlichkeit und fehlende Zahlungsbereitschaft und ein geringeres Lösungsspektrum als grösste Herausforderungen bei künftigen Bauprojekten ein. Für einen (Teil-) Ersatz sprechen aber auch andere Gründe: Wenn Nutzungsstrukturen nicht mehr passen oder mehr Wohnraum geschaffen werden kann. 
Die grossen Innovationspotenziale sieht die Branche in effizienteren Planungs- und Realisierungsprozessen. Mit reduzierten Standards, staatlichen Anreizen für das Weiterbauen und höheren Hürden für Einsprachen sollen Potenziale aktiviert werden.
Neben drängenden Fragen zum Klimawandel stehen grosse gesellschaftliche Fragen: Die Branche sieht einen grossen Bedarf in der Schaffung von genügend und bezahlbarem Wohnraum. Die Bereitstellung solcher Flächen erfordert aus ihrer Sicht Kompromisse beim Erhalt von Grauer Energie in Gebäuden.

Einschätzung des Vereines

Der Verein Green Building Schweiz leitet aus den Erkenntnissen vier Positionen ab: 
•    Opportunitätskosten berücksichtigen: Bei der Berechnung der Grauen Energie müssen Systemgrenzen über das Gebäude hinausgezogen werden: Wenn ein Gebäude an einem Ort erhalten anstatt ersetzt wird, muss zusätzlicher Wohn- oder Gewerberaum an einem anderen Ort gebaut werden. Das bedeutet häufig: an schlechter erschlossener Lage. Die dadurch entstehende Graue Energie im Neubau und der Mobilität muss eingepreist werden.
•    Von Maximalforderungen abrücken: Maximalforderungen sind keine Antwort auf künftige Herausforderungen. Projekte müssen realisierbar und Flächen für Nutzerinnen und Nutzer bezahlbar und in ausreichendem Mass verfügbar sein.
•    Gemeinsame Ziele formulieren: Viele Unternehmen sind am Experimentieren. Besser als starre Vorgaben sind gemeinsame Ziele, damit Neues und (noch) nicht Standardisiertes wirtschaftlich, nutzungs- und nutzerorientiert umgesetzt werden kann und Planungs- und Realisierungsprozesse effizienter gestaltet werden können. 
•    Die Betriebsphase antizipieren: Der Blick auf die Erstellungsphase und das Thema Graue Energie greift zu kurz. Genauso wichtig sind Massnahmen und Investitionen in der Entwicklung und Realisierung, die einen nutzungsorientierten, energieeffizienten und wirtschaftlich nachhaltigen Betrieb für heutige und künftige Generationen ermöglichen.

Methode

Die Befragung wurde vom Verein Green Building durchgeführt und ausgewertet. Befragt wurden vorwiegend Führungspersonen aus Unternehmen mit eigenem Gebäudebestand, Entwickler, Bauindustrie sowie Fachplaner und Dienstleister aus der Branche. Mit den Tätigkeiten der 152 Befragten wird die ganze Schweiz abgedeckt.

Kontakt

Verein Green Building Schweiz

Geschäftsstelle

Elfenstrasse 19

3006 Bern

info@greenbuilding.ch

 

 

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