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Green Building in der Handelszeitung

Der Verein Green Building Schweiz wurde von der Handelszeitung zu einer Stellungnahme in Sachen Sanierung angefragt. Dieser Aufforderung kamen wir selbstredend gerne nach.

Den Artikel lesen Sie unter folgendem Link: Die Sanierung von Gebäuden bietet viel Potenzial zum Energiesparen | Handelszeitung

Green Building Platin-Partner am Swiss Green Economy Symposium 2022 

 

Es freut uns ausserordentlich, dass sich Green Building am Swiss Green Economy Symposium 2022 als Platin-Partner positionieren durfte.

Zur Website: Link

Das SGES ist der umfassendste Wirtschaftsgipfel der Schweiz zum Thema Nachhaltigkeit und findet am 7. und 8. September 2022 in Winterthur statt.

Nachhaltigkeit in aller Munde

In der gestrigen Sendung von 10 vor 10 vom 14.06.2022 war nicht nur die Gletscherinitiative Thema, welche fordert, dass die Schweiz bis 2050 klimaneutral wird (01:03). Auch gleich der nächste Beitrag knüpfte an den Umweltschutz an. Thema des zweiten Beitrages war, dass Gebäude-Sanierungs-Fonds nicht ausgeschöpft seien (04:09). Zu Wort kam dabei insbesondere der Präsident des Vorstands des Vereins Green Building Schweiz, Bernhard Lanzendörfer (Geschäftsführer Saint-Gobain Weber) (06:40). Betont wurden dabei das massive Optimierungspotential bei der Sanierung von Gebäudehüllen.

Der Verein Green Building Schweiz setzt sich für nachhaltige Sanierungen ein. Dazu entwickelt der Verein unter anderem Möglichkeiten, den eignen Immobilienpark anhand von Nachhaltigkeitskriterien auszuwerten und über einen Benchmark zu vergleichen. Sollten Sie Interesse daran haben, zögern Sie bitte nicht, uns jederzeit zu kontaktieren.

Zum Beitrag: 10 vor 10 vom 14.06.2022 - Play SRF

 

Autor: Paul Stübi, Green Building Schweiz

Der Gebäudesektor verursacht rund ein Viertel der Schweizer Treibhausgasemmissionen

Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern sind entschlossen zu reduzieren. Energie-, Sicherheits- und Klimapolitik sind zusammen zu denken. Europa muss eingedenk der völlig neuen geopolitischen Lage jetzt entschlossen handeln.

Weder die klügsten Sicherheitsexperten noch die besten Analysten in den Nachrichtendiensten haben mit diesem russischen Angriffskrieg in der Ukraine gerechnet. Die Welt sieht sich zurückgeworfen in längst überwunden geglaubte Zeiten: Der Imperialismus ist ganz offensichtlich zurück, und die Ansprüche werden mit den brutalsten Kriegsmethoden durchgesetzt. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz sprach zu Recht von einer «Zeitenwende».

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir seit dem 24. Februar 2022 drei Politikfelder zusammen denken müssen: Es sind dies die Sicherheits-, die Energie- und die Klimapolitik. Westeuropa und auch die Schweiz werden ihre Sicherheit erhöhen, wenn sie ihre Abhängigkeiten von fossiler Energie reduzieren. Denn solange unsere Demokratien ihre Energieversorgung ganz oder auch nur teilweise auf autokratische Systeme stützen, werden sie immer zu Kompromissen gezwungen sein. Sind die Autokraten kriegsbereit und aggressiv, so wie heute, werden wir letztlich handlungsunfähig. Oder noch etwas anders formuliert: Der Westen ist erpressbar.

Gesetzesentwurf ist ungenügend

Derzeit wird viel über die Aufrüstung westlicher Streitkräfte debattiert. Sicher: Gerade auch die Schweiz hat in diesem Bereich einige Hausaufgaben zu erledigen. Ebenso wichtig wäre es aber, die Schweizer Energiepolitik jetzt einer grundlegenden Überprüfung zu unterziehen. Die Ziele müssen sein: problematische Abhängigkeiten in der Versorgung reduzieren und gleichzeitig klimapolitische Ziele entschlossen angehen. Beides geht Hand in Hand. Mir scheint, dass der Bau von Kraftwerken, die Strom mit Gas herstellen, nicht der klügste Weg in die Zukunft ist.

Mittelfristig ist in der Schweiz die Wasserkraft als Stromlieferant entschlossen auszubauen, gleichzeitig sind Gesetze und Vorschriften so anzupassen, dass die Photovoltaik gefördert wird und viel einfacher und rascher an Bauten eingesetzt werden kann. Kurzfristig müssen wir aber dort ansetzen, wo es am einfachsten ist: Wir müssen unseren Bedarf an fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas reduzieren, und dies können wir zu einem grossen Teil beim Gebäudepark tun. Nach wie vor geht es hier viel zu langsam vorwärts.

Energieministerin Simonetta Sommaruga hat Ende 2021 ein neues CO2-Gesetz in die Vernehmlassung geschickt. Dieser Gesetzesentwurf ist ungenügend: Er liefert zu wenige Anreize für eine Beschleunigung der energetischen Sanierung des Gebäudeparks der Schweiz. Im Gesetzesentwurf sind zwar Förderbeiträge vorgesehen, aber unwesentlich mehr, als es derzeit gibt. Es ist nicht möglich, auf diesem Weg bis 2030 den vom Bund postulierten Energieverbrauch bei Gebäuden pro Quadratmeter Wohnfläche gegenüber 2010 um 30 Prozent zu reduzieren. Und das Ziel der Schweiz für 2050, nämlich keine Treibhausgase mehr zu emittieren, wird so auch nicht erreicht.

Sanierung der Gebäudehüllen

Der Gebäudesektor verursacht rund ein Viertel der Schweizer Treibhausgasemissionen. Derzeit fokussiert die Politik viel zu stark auf den Ersatz der Heizungen. Dies wird allerdings aus diversen Gründen nicht ausreichen, um den gebäudebezogenen Teil an den Klimazielen Netto-Null 2050 zu leisten. Das grösste Potenzial liegt in der energetischen Sanierung der Gebäudehülle. Sie müsste viel stärker berücksichtigt werden, auch aus Gründen des sommerlichen Wärmeschutzes. Die entschlossene Abkehr von fossilen Brennstoffen, kombiniert mit Förderungen und Deregulierungen betreffend die innovative Sanierung von Gebäudehüllen, das ist der Weg in die Zukunft im Gebäudesektor.

Ich stelle leider keine Beschleunigung dieser Prozesse fest. Ganz im Gegenteil: Nicht nur das CO2-Gesetz ist ungenügend, es ist überdies sehr zu bedauern, dass es mit der Umsetzung der kantonalen Energiegesetze seit 2014 hapert.

Der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine muss uns jetzt die Augen öffnen: Wir müssen alles unternehmen, unsere Sicherheit durch kluge, rasche und entschlossene Massnahmen in der Energiepolitik zu erhöhen. So stärken wir unsere Unabhängigkeit und leisten erst noch den unerlässlichen Beitrag zur Rettung des Weltklimas.

Autor: Bernhard Lanzendörfer, Präsident Green Building Schweiz

 

Neue Partnerschaft mit Lookthrough

 

Green Building versteht sich als unternehmerischer Impulsgeber im schonenden Umgang mit Ressourcen. Eines der Ziele von Green Building ist daher die Ermöglichung einer Auswertung und einer Vergleichbarkeit von Immobilienparkts anhand von Nachhaltigkeitskriterien. Ein weiteres, langfristiges Ziel, ist sodann die Konzeption eines Umweltlabels für Immobilienparks.

Wir freuen uns folglich, die Partnerschaft mit Lookthrough bekannt geben zu dürfen. Lookthrough ist ein Schweizer Start-Up, welches sich auf die Auswertung von Environmental Social Governance-Daten (ESG-Daten) spezialisiert hat und uns mit seinem technischen Know-how bei der Erreichung dieser Ziele unterstützen wird. Lookthrough bietet eine Plattform zur Bewertung von Immobilienparks an, welche eine Auswertung und eine Vergleichbarkeit von Immobilien erlaubt, und in die das Umweltlabel eingebettet wird. Diese Bewertung von Immobilienparks ist für die Vision von Green Building zentral. Umso mehr freuen wir uns, dass jedes Green Building-Mitglied im Rahmen dieser Partnerschaft jährlich 5 Gebäude kostenlos bewerten kann.

 

Falls Sie Interesse daran haben, Green Building-Mitglied zu werden und auch von dieser neuen Partnerschaft zu profitieren, kontaktieren Sie uns unter info@greenbuilding.ch. Weitergehende Informationen finden Sie auf unserem Factsheet.

Autor: Paul Stübi, Geschäftsstelle Green Building Schweiz

Wir benötigen zwingend für jedes Gebäude einen Energieausweis!

Bei jedem Kühlschrank und bei jedem Auto wird der Energieverbrauch mit einer einfach verständlichen Energieetikette deklariert. Dies ist teilweise in der Schweiz seit 2002 verpflichtend. Warum also nicht auch bei Gebäuden?

Schliesslich sind Gebäude für fast jede dritte Tonne der CO2-Emissionen und für mehr als 40% des Energieverbrauchs in der Schweiz verantwortlich.

Für mich ist klar: Wenn wir es ernst meinen mit der Reduktion der Treibhausgase und des Energieverbrauchs, dann müsste bei jedem Gebäude nachweisbar sein, wie gut oder schlecht es hinsichtlich Energieeffizienz und CO2-Emissionen abschneidet.

In der EU gibt es diese Verpflichtung zur Deklaration der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden bereits seit 2010 und dies nicht nur für Neubauten, sondern auch beim Verkauf und der Vermietung von Gebäuden. Warum also nicht in der Schweiz?

Es wäre einfach: Wir verfügen seit Jahren über ein geeignetes Instrument, den Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK). Die Problematik liegt bei den kantonalen Energiegesetzen. In den meisten Kantonen gelten noch die Mustervorschriften aus dem Jahre 2008, obwohl bereits per 1. Januar 2020 überall die MuKEn 2014 hätte in Kraft treten sollen.

Der GEAK ist das geeignete Instrument, um die Wichtigkeit der energetischen Gebäudesanierung in der Bevölkerung zu verankern. Die Einführung eines GEAK-Obligatoriums ist überfällig, insbesondere bei Altbauten: 1.5 Millionen der Gebäude sind energetisch dringend sanierungsbedürftig.

 

Autor: Bernhard Lanzendörfer, Präsident Green Building Schweiz
 

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Beschleunigung energetische Gebäudesanierung

durch attraktivere Anreizsysteme

Das derzeit in der Vernehmlassung stehende CO2-Gesetz liefert zu wenig Anreize für eine Beschleunigung der energetischen Sanierung des Gebäudeparks Schweiz. Im Gesetzesentwurf sind zwar Förderbeiträge vorgesehen, aber unwesentlich mehr als es derzeit gibt. Damit wird es nicht möglich sein den vom Bund postulierten Energieverbrauch bei Gebäuden pro Quadratmeter Wohnfläche bis 2030 um 30 % zu reduzieren (vs. 2010).

Aus meiner Sicht gibt es drei erfolgsversprechende Lösungsansätze, die den Schweizer Gegebenheiten angepasst sind:

  • Bessere steuerliche Abzugsmöglichkeiten für energetische Gebäudesanierungen

  • Einfachere gesetzliche Möglichkeiten Gebäude aufzustocken, um den «Return on Investment» für die energetische Sanierung zu verbessern

  • Einführung eines Gebäudemodernisierungsfonds, um Up-front-Kosten zu vermeiden


Die Lancierung eines Gebäudemodernisierungsfonds, wie von Swisscleantech vorgeschlagen, erachte ich als einen äusserst zielführenderen Ansatz um die Sanierungsrate von Gebäuden relativ schnell zu erhöhen. Der Fond ermöglicht es Immobilienbesitzern einen langfristigen Kredit aufzunehmen um nicht in finanzielle Vorleistungen treten zu müssen. Der Kredit wird über den ganzen Lebenszyklus der Investition zurückbezahlt. Dadurch reduzieren sich die jährlichen Amortisationskosten je nach erneuerten Bauteilen meist um über die Hälfte. Die Einsparung der Energiekosten übertreffen damit die Zinskosten, auch bei potentiell steigenden Zinsen. Der Verein Greenbuilding Schweiz setzt sich aktiv für diese Lösung ein.

Autor: Bernhard Lanzendörfer, Präsident Green Building Schweiz

Pro Gebäudehülle

Der reine Heizungsersatz, wie in die Politik proklamiert, reicht nicht aus, um den gebäudebezogenen Teil an den Klimazielen Netto-Null 2050 zu leisten. Das grösste Potential liegt in der energetischen Sanierung der Gebäudehülle. Sie müsste viel stärker berücksichtigt werden, auch aus Gründen der zunehmenden Problematik der landesweiten Stromversorgung.

 

Wärmepumpen reduzieren gegenüber Öl- und Gasheizungen den CO2-Ausstoss. Sie benötigen aber leider auch elektrische Energie. Diese kann wesentlich reduziert werden durch eine Wärmedämmschicht an der Gebäudehülle, die im Winter vor Kälte schützt und im Sommer kühlt.

 

Die energetische Sanierung der Gebäudehülle kann oft mit einer Aufstockung des Gebäudes verbunden werden. Da das Baugerüst für die Sanierung der Gebäudehülle aufgebaut ist werden Kosten gespart. Durch die resultierende höhere Ausnützung lassen sich die Sanierungskosten der Gebäudehülle schneller amortisieren und der gesetzlich geforderten Verdichtung unserer Städte wird Rechnung getragen.

Autor: Bernhard Lanzendörfer, Präsident Green Building Schweiz